PM-Wert Testbestecke für die Wasseranalytik
In dieser Kategorie finden Sie Testbestecke zur titrimetrischen Bestimmung des PM-Werts – also der Säurekapazität bis pH 8,2 (p-Wert, Ks 8,2) und bis pH 4,3 (m-Wert, Ks 4,3). Beide Kennwerte beschreiben, wie viel Säure eine Wasserprobe bis zum jeweiligen Umschlagpunkt neutralisiert, und dienen der Beurteilung des Kalk-Kohlensäure-Gleichgewichts sowie der Korrosionsneigung. Typische Einsatzfelder sind Kessel- und Kühlwasser, Prozesswasser und die Kontrolle der Aufbereitung.
Die Auswahl richtet sich danach, welche Endpunkte Ihre Anwendung verlangt, wie hoch der erwartete Messbereich liegt und ob Sie ein komplettes Besteck oder Nachfüllreagenzien benötigen.
- Benötigte Endpunkte: Ks 8,2, Ks 4,3 oder beide
- Erwarteter Messbereich und Auflösung der Titrierschritte
- Einsatzort: mobiler Feldeinsatz oder ortsfeste Messreihe
- Lieferform: Komplettset im Scharnierdeckelkasten oder Nachfüllpack
Das Caldur Testset PM-Wert bestimmt die Säurekapazität Ks 8,2 und Ks 4,3 durch Säure-Base-Titration und dient der Überwachung von Kesselwasser, Kühlwasser und Prozesswasser. Es richtet sich an Betreiber von Dampfkessel- und Kühlanlagen, an Labore, Stadtwerke und industrielle Wasseraufbereiter, die das Carbonat-Gleichgewicht ihrer Systeme sicher beurteilen müssen. Ks 8,2 (früher p-Wert) erfasst die Hydroxid- und Carbonat-Alkalinität bis pH 8,2 und zeigt an, ob freies Hydroxid oder Carbonat vorliegt; Ks 4,3 (früher m-Wert) erfasst die Gesamtalkalinität bis pH 4,3 einschließlich Hydrogencarbonat. Die normkonforme Bezeichnung nach DIN EN ISO 9963 lautet Ks 8,2 und Ks 4,3.AnwendungsbereicheKesselspeisewasser und Kesselwasser in Dampfkesselanlagen: Steuerung der Dosierung von Alkalisierungsmitteln, Schutz vor saurer KorrosionKühlwasserkreisläufe: Ks 4,3 zeigt die Pufferkapazität an und dient der Kontrolle von Carbonat-AblagerungenKläranlagen: Beurteilung der Pufferkapazität für biologische Prozesse über Ks 4,3Trinkwasser- und Gewässerüberwachung: hier wird üblicherweise nur Ks 4,3 als Maß der Gesamtalkalinität bestimmtDie Anforderungen an Ks 8,2 und Ks 4,3 im Kesselspeisewasser sind druckabhängig; die aktuell gültigen Regelwerke für die jeweilige Anlage sind zu prüfen (Hinweis: DIN EN 12953-10, VdTÜV-Merkblatt). Grenz- und Sollwerte richten sich nach den geltenden Betriebsanweisungen und Normen.Eigenschaften im EinsatzGemessen wird per Tropfen-Titration: Für Ks 8,2 wird ein Tropfen p-Indikator zugegeben – eine rosa Färbung belegt Ks 8,2 größer 0. Die Titrationslösung wird tropfenweise bis zum Umschlag von Rosa nach Farblos zugegeben. Für Ks 4,3 zeigt ein Tropfen m-Indikator durch Blaufärbung die alkalische Kapazität an; titriert wird bis zum Umschlag von Blau nach Gelb. Jeder Tropfen entspricht 0,5 mmol/l bei 5 ml Probevolumen bzw. 0,25 mmol/l bei 10 ml Probevolumen. Statt eine Farbkarte abzulesen, wird gezählt – das macht die Ablesung eindeutig.Eine Bestimmung dauert rund 1 Minute, beide Parameter lassen sich nacheinander erfassen. Pro Set sind etwa 100 Bestimmungen möglich; die Haltbarkeit beträgt bei frostfreier Lagerung bis zu 36 Monate. Alle drei Reagenzien sind nicht nach CLP (Verordnung (EG) Nr. 1272/2008) einstufungspflichtig und tragen weder Gefahrenpiktogramm noch Signalwort – der Versand erfolgt ohne ADR-Auflagen, ein Gefahrguttransport entfällt. Die Reagenzien sind mit WGK 1 schwach wassergefährdend eingestuft. Beim Umgang sind Schutzhandschuhe nach EN 374 und Schutzbrille zu tragen.Lieferumfang und VariantenDas Set enthält drei Reagenzien: p-Indikator (5 ml) für Ks 8,2, m-Indikator (5 ml, rot) für Ks 4,3 sowie Titrationslösung (30 ml). Erhältlich als Komplett-Set im Scharnierdeckelkasten aus Kunststoff oder als Nachfüllpack mit allen drei Reagenzien. Für die Titrationslösung gilt EUH210: Das Sicherheitsdatenblatt ist auf Anfrage erhältlich. Weitere Titrations-Tests finden Sie unter Titrations-Testbestecke sowie im Bereich PM-Wert.AbgrenzungKs 8,2 ist nur in alkalisch eingestellten Systemen wie Kesselspeisewasser und Kühlkreisläufen relevant. Bleibt die Probe beim p-Indikator farblos, ist Ks 8,2 = 0 und es genügt die Bestimmung von Ks 4,3.
Inhalt: 0.04 Liter (1.191,00 € / 1 Liter)
PM-Wert: Säurekapazität als Summenparameter
Der PM-Wert fasst zwei titrimetrisch bestimmte Kennwerte zusammen: die Säurekapazität bis pH 8,2 (p-Wert, Ks 8,2) und die Säurekapazität bis pH 4,3 (m-Wert, Ks 4,3). Beide beschreiben, wie viel Säure eine Wasserprobe bis zum jeweiligen Umschlagpunkt neutralisiert. In der Praxis dienen sie der Beurteilung des Kalk-Kohlensäure-Gleichgewichts und der Korrosionsneigung, etwa in Kessel- und Kühlwasserkreisläufen. Das Verfahren ist in DIN 38409-7 (H 7) beschrieben.
p-Wert und m-Wert im Vergleich
| Kennwert | Endpunkt | Indikator | Erfasste Komponenten |
|---|---|---|---|
| p-Wert (Ks 8,2) | pH 8,2 | Phenolphthalein | freie Basen, Übergang Carbonat zu Hydrogencarbonat |
| m-Wert (Ks 4,3) | pH 4,3 | Methylorange / Mischindikator | zusätzlich Hydrogencarbonat, Gesamtsäurekapazität |
Auswahl, Verarbeitung und typische Fehler
Für die Auswahl zählen der erwartete Messbereich, die Auflösung der Titrierschritte und der Lieferumfang. Das Caldur Testset PM-Wert Ks 8,2 / Ks 4,3 ist auf Kessel- und Kühlwasser ausgelegt und bestimmt beide Endpunkte in einem Besteck. Komplettsets im Scharnierdeckelkasten eignen sich für den mobilen Einsatz, Nachfüllpacks halten laufende Messreihen wirtschaftlich.
Häufige Fehlerquellen sind eine zu kleine oder falsch abgemessene Probenmenge, überlagerte Reagenzien sowie ein CO2-Ein- oder -Austrag durch längeres Stehen oder kräftiges Schütteln der Probe. Titrieren Sie zeitnah nach der Probenahme und lesen Sie den Farbumschlag am definierten Endpunkt ab, nicht später.
Abgrenzung zu benachbarten Parametern
Der m-Wert hängt eng mit der Carbonathärte zusammen, misst aber die Säureneutralisation und nicht die Härtebildner selbst. Für die Beurteilung des Gleichgewichts ist zusätzlich die freie Kohlensäure relevant. Den zugehörigen Ausgangswert liefert die Messung des pH-Werts. Stehen die Härtebildner selbst im Fokus, führt die Kategorie Wasserhärte zum passenden Besteck.